Regionale Stadtwerke warnen gemeinsam

Regionale Stadtwerke warnen gemeinsam vor „Drückerkolonnen“

Es ist ein Thema, welches alle drei Nachbarstadtwerke aus Sonneberg, Neustadt und Rödental betrifft: Immer wieder sind Kunden im eigenen Versorgungsgebiet von aufdringlichen „Drückerkolonnen“ betroffen, die unter falschen Vorwänden versuchen, an Daten der Kunden zu kommen. Mit diesen Daten wird anschließend „im Hintergrund“ ein Vertrag abgeschlossen und der bestehende Vertrag elektronisch beim bisherigen Anbieter gekündigt. Der Kunde erfährt oft erst durch die Kündigungsbestätigung des bisherigen Versorgers davon und nicht selten ist die gesetzliche Widerrufsfrist dann bereits abgelaufen. Deshalb betreiben die likra Sonneberg, die Stadtwerke Neustadt sowie die Stadtwerke Rödental nun gemeinsam Aufklärung.

SWR-Mitarbeiter half Kundin bei Besuch von unseriösem Stromanbieter

Der Rödentaler Stromversorger erhielt vor kurzem den Anruf einer Kundin, da sich zeitgleich in der Wohnanlage ein „Energieberater“ befand. Unter dem Vorwand, er sei „für die Stadtwerke Rödental“ tätig, kam er an sensible Daten und war gerade dabei, einen Stromvertrag für einen anderen Anbieter abzuschließen. „Zum Glück hat unsere Kundin noch rechtzeitig reagiert und uns kontaktiert, sodass wir den angeblichen Berater vor Ort stellen konnten“, so Philipp Walter von den Stadtwerken Rödental. Auf Nachfrage beim „Energieberater“ gab dieser zu, dass die Kundin bereits einen Auftrag unterschrieben hat. Die Kundin wollte aber lediglich eine Angebotsunterbreitung, denn schließlich hatte der Berater „Bedenkzeit“ angeboten. Dass mit dieser „Bedenkzeit“ aber die gesetzliche Widerrufsfrist gemeint war, konnte nur mit Hilfe des SWR-Teams sofort aufgedeckt und storniert werden. Umgehend haben die SWR rechtliche Schritte gegen den Berater eingeleitet. „Wir wollen unsere Kunden vor derartigen Machenschaften schützen und gehen bei unlauterem Vorgehen rechtlich dagegen vor“, so Philipp Walter weiter. In einem jüngsten Urteil wurde der Anbieter „mivolta GmbH“ aufgrund unlauterer Machenschaften zu einer Geldstrafe in Höhe von 250.000 Euro verurteilt.

Vertreter vor Kaufhäusern locken mit falschen Versprechungen          

Neben den Haustürgeschäften hat es der Strom- und Gasanbieter Licht- und Kraftwerke Sonneberg GmbH (likra) noch mit anderen unlauteren Wettbewerbern zu tun. In regelmäßigen Abständen installieren große Energieversorger mobile Verkaufsstände vor Kaufhäusern in Sonneberg, um Kunden zu gewinnen. „Dagegen wäre prinzipiell auch nichts einzuwenden, wenn dies ‚sauber‘ ablaufen würde“, sagt Martin Blechschmidt, Leiter Handel und Vertrieb der likra. „Leider erfahren wir jedoch vermehrt von Fällen, bei denen völlig unrealistische Einsparpotenziale versprochen werden. Jeder, der die Zusammensetzung des Strom- und Gaspreises kennt, weiß, dass diese Einsparpotenziale nicht erreicht werden können.“ Da bei beiden Energieträgern der staatlich regulierte Anteil an Netzentgelten, Abgaben und Umlagen sowie Steuern für jeden Anbieter gleich hoch ist und zudem alle Anbieter an derselben Energiebörse kaufen, handelt es sich in der Regel um leere Versprechungen. „Wir klären daher unsere Kunden mit Pressemitteilungen, auf der Homepage sowie in den sozialen Medien laufend auf“, so Martin Blechschmidt abschließend.

von links: Philipp Walter (Stadtwerke Rödental), Martin Blechschmidt (likra Sonneberg),  Simon Weber (Stadtwerke Neustadt)

Vertreter vor Kunden-Haustüre gestellt

Seit einiger Zeit erreichten die Stadtwerke Neustadt vermehrt Meldungen von Haustür-Vertretern, die sowohl Strom- als auch Internet- und Telefonieprodukte anbieten und somit auch Kunden der Stadtwerke-Tochter Telenec GmbH kontaktieren. „Hierbei wurden die abenteuerlichsten Vorwände angewandt, um in den Hausanschluss-Raum des Kunden zu gelangen“, verrät Simon Weber, Leiter Marketing und Vertrieb bei den Stadtwerken Neustadt. Unter anderem wurde gefragt, ob der Kunde auch von der letzten Internet-Störung betroffen war und ob man sich den Hausanschluss mal ansehen könne. „Das ist ein beliebter Trick. Oft befindet sich im Hausanschluss-Raum auch der Strom- und Gaszähler mit der jeweiligen Nummer darauf, mit welcher man anschließend einen Vertrag abschließen kann“, so Simon Weber weiter, der einen solchen Vertreter vor der Haustür eines Kunden stellen und den Kunden aufklären konnte. „Wir haben umgehend rechtliche Schritte gegen den Vertreter sowie den Stromversorger und das Telekommunikationsunternehmen eingeleitet, für welche der Vertreter tätig war.“

Abschließend bleibt festzuhalten, dass auch der Gesetzgeber dringenden Handlungsbedarf erkannt hat und das Gesetz für faire Verbraucherverträge auf den Weg gebracht hat.

Sie sind auch Betroffene/r von derartigen Vorfällen und benötigen Unterstützung? Ihre regionalen Stadtwerke aus Sonneberg, Neustadt und Rödental helfen Ihnen gerne weiter.

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